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Website erstellen mit KI – die drei Wege im ehrlichen Vergleich

21. August 2026 · Lesezeit ca. 14 Minuten · von Holger Klopmeyer

Die Frage kommt inzwischen in jedem Erstgespräch, meistens im ersten Drittel und oft ein bisschen vorsichtig: „Kann man so eine Website nicht mittlerweile von der KI machen lassen?" Die ehrliche Antwort ist: teilweise ja – und zwar deutlich mehr, als viele Agenturen zugeben. Aber „von der KI machen lassen" bedeutet je nach Weg etwas völlig anderes, kostet unterschiedlich viel und hinterlässt am Ende etwas, das dir gehört oder eben nicht.

Dieser Artikel sortiert die drei Wege, die es im Sommer 2026 tatsächlich gibt. Mit Namen, mit Preisgrößenordnungen, mit dem, was jeweils gut funktioniert – und mit den vier Risiken, die im Verkaufsgespräch selten vorkommen.

Wie viel übernimmt die KI? wenig fast alles WordPress mit KI-Schnittstellen KI hilft beim Schreiben und Bauen – System, Daten und Design bleiben deine. volle Kontrolle Baukasten mit KI-Funktion Ein paar Fragen, fertige Seite – im Rahmen dessen, was die Plattform vorsieht. im Rahmen KI-first-Systeme Beschreiben statt bauen – schnellster Weg zum Ergebnis, engster Käfig. wenig Zugriff
Die drei Wege unterscheiden sich vor allem darin, wie viel du am Ende noch selbst in der Hand hast

Erstmal sortieren: „mit KI erstellen" kann drei Dinge heißen

Bevor es um Werkzeuge geht, lohnt eine Unterscheidung, die in fast jeder Diskussion fehlt. „Website mit KI erstellen" meint nämlich meistens eines von drei Dingen:

  • Inhalte mit KI schreiben. Texte, Überschriften, Bildbeschreibungen. Das geht heute in jedem System, ist der unspektakulärste und zugleich nützlichste Teil.
  • Layout und Struktur von KI erzeugen lassen. Aus einer Beschreibung wird eine Seitenstruktur mit Navigation, Startseite und Unterseiten.
  • Das ganze System durch KI ersetzen. Kein Baukasten, kein CMS im klassischen Sinn – du beschreibst, und im Hintergrund entsteht Code.

Die drei Wege unten unterscheiden sich vor allem darin, wie weit sie diese Kette gehen. Und je weiter sie gehen, desto weniger bleibt für dich zu entscheiden – im Guten wie im Schlechten.

Weg 1: WordPress mit KI-Schnittstellen

Der unauffälligste Weg ist gleichzeitig der, bei dem in den letzten anderthalb Jahren am meisten passiert ist. WordPress hat sich still eine KI-Infrastruktur gebaut, ohne dabei eine einzige KI-Funktion aufzudrängen.

Was seit 2025/2026 im Kern steckt. Mit der Abilities API (seit Version 6.9) können Plugins und Themes ihre Fähigkeiten maschinenlesbar anmelden: mit Beschreibung, Ein- und Ausgabeformat und Berechtigungen. Ein Formular-Plugin meldet damit an „ich kann Einträge auslesen", ein Shop „ich kann Bestellungen anlegen". Wer diese Fähigkeit nutzt, ist der API egal – der Block-Editor, ein anderes Plugin oder eben ein KI-Agent.

Dazu kam mit 7.0 die Connectors API, die Zugangsschlüssel zu externen Diensten zentral verwaltet statt verstreut in fünf Plugin-Einstellungen. Der WordPress AI Client, eine anbieterunabhängige Programmbibliothek, sorgt dafür, dass derselbe Code funktioniert, egal ob dahinter OpenAI, Anthropic, Google, Mistral oder ein lokal laufendes Modell über Ollama steckt. Für jeden dieser Anbieter gibt es ein eigenes Plugin. Ein MCP-Adapter macht die angemeldeten Fähigkeiten für externe KI-Assistenten zugänglich.

Der entscheidende Punkt, den ich schon im Rückblick auf WordPress 7.0 betont habe: Out of the box ist davon nichts aktiv. Es wird kein Text generiert und es wandern keine Daten irgendwohin, solange du nicht selbst ein Plugin installierst und einen Zugang hinterlegst. Diese Zurückhaltung war die richtige Entscheidung – gerade hierzulande, wo bei jeder KI-Funktion sofort die Datenschutzfrage auf dem Tisch liegt.

Telex: Bausteine auf Zuruf. Automattic, die Firma hinter WordPress.com, betreibt mit Telex ein Werkzeug, das aus einer Beschreibung einen funktionierenden WordPress-Block erzeugt – herunterladbar als Plugin. Für einen Countdown, eine Preistabelle oder eine Scroll-Animation ist das erstaunlich gut. Automattic selbst nennt die Grenzen offen: Bei mehreren Blöcken, die sich einen gemeinsamen Zustand teilen, wird es unzuverlässig, die Core-Standards werden nicht immer eingehalten, und ganze Block-Themes sind noch früh und brauchen Nacharbeit. Als Prototypen-Werkzeug hervorragend, als Ersatz für saubere Entwicklung noch nicht.

Eigene KI-Erweiterungen. Für Kunden mit ernsthaftem Bedarf ist genau das die interessante Variante: ein eigenes Plugin, das über die Abilities API genau die Fähigkeiten anmeldet, die dieser Betrieb braucht – und einen eigenen Vermittlungsdienst dazwischen, damit der Schlüssel zum KI-Anbieter nicht in jeder Redaktion herumliegt und protokolliert wird, wer was angefragt hat. Der Aufwand liegt bei ein paar Tagen statt bei ein paar Minuten. Dafür bekommst du KI genau da, wo sie hilft, und nirgends sonst.

Für wen sich das lohnt. Für alle, deren Website Geld verdient und mitwachsen soll: Produktseiten, die sich vermehren, Redaktionen mit mehreren Leuten, Shops, Buchungen, mehrsprachige Auftritte. Preislich liegt eine professionell gebaute WordPress-Site weiter dort, wo sie vorher lag – die Details stehen im Artikel Was kostet eine professionelle Website wirklich?. KI verschiebt hier nicht den Preis, sondern die Verteilung: weniger Zeit für Fleißarbeit, mehr Zeit für Konzept.

Die Grenzen. WordPress mit KI ist kein Selbstläufer. Du brauchst weiterhin jemanden, der Updates einspielt, Backups prüft und entscheidet, welches der 60.000 Plugins ins Haus darf. Und der Umbau des Editors geht seit Jahren weiter – wer sein Team gerade erst an eine Oberfläche gewöhnt hat, erlebt jedes Jahr Veränderung.

Weg 2: Baukasten mit KI-Funktion

Der zweite Weg ist der, den die meisten meinen, wenn sie „KI-Website" sagen: Wix, Jimdo, Squarespace, IONOS, Hostinger und die anderen haben ihren klassischen Baukästen eine KI-Schicht vorgesetzt.

Wie das abläuft. Du beantwortest drei bis fünf Fragen – Branche, Firmenname, Tonfall, vielleicht ein Ziel – und bekommst innerhalb von Minuten eine vollständige Website: Startseite, Unterseiten, Navigation, Platzhaltertexte, passende Bilder aus einer Bibliothek, Farbschema. Danach bearbeitest du im gewohnten Baukasten-Editor weiter, meist mit KI-Hilfen an Bord: Text umschreiben, Abschnitt ergänzen, Bild freistellen.

Was daran gut ist. Der Sprung vom leeren Blatt zu etwas Anschaubarem. Genau daran scheitern Baukasten-Projekte sonst: Menschen legen ein Konto an, sehen eine leere Seite und machen sie nach zwanzig Minuten wieder zu. Die KI-Variante liefert etwas, an dem man sich abarbeiten kann – und Kritik fällt allen leichter als ein Anfang. Dazu kommt: Hosting, Zertifikat, Updates und mobile Darstellung sind erledigt, ohne dass du je darüber nachdenkst.

Was daran nicht gut ist. Die generierten Seiten sind sich untereinander sehr ähnlich, weil im Hintergrund dieselben Bausteine kombiniert werden. Zwei Betriebe derselben Branche im selben Ort können erstaunlich verwandte Websites bekommen. Und was die Plattform nicht vorsieht, kannst du nicht bauen – die KI ist keine Abkürzung um die Grenzen des Systems herum, sie bewegt sich innerhalb davon.

Der zweite wunde Punkt ist der Ausgang. Aus einem Baukasten kommst du in der Regel nicht mit deiner Website heraus, sondern nur mit deinen Texten und Bildern. Ein Umzug ist ein Neubau. Wer nach drei Jahren wechseln will, macht das Projekt noch einmal – und muss dabei sehr genau auf die Weiterleitungen achten, sonst passiert das, was im Relaunch-Artikel steht.

Kosten. Für Baukästen inklusive Domain landet man je nach Anbieter und Ausbaustufe grob im Bereich von 10 bis 30 Euro im Monat, für Shops mehr. Die KI-Funktionen stecken oft erst in den mittleren Tarifen, und die Einstiegspreise gelten meist nur im ersten Jahr. Rechne mit dem Preis ab Jahr zwei, nicht mit dem Werbepreis.

Für wen sich das lohnt. Für die digitale Visitenkarte: Praxis, Verein, Handwerksbetrieb ohne Wachstumsplan, Restaurant mit Speisekarte. Wenn die Website nicht der Vertriebskanal ist, sondern die Adresse im Netz, ist ein Baukasten mit KI-Start eine völlig vernünftige Entscheidung. Die Systemfrage insgesamt behandelt der Artikel WordPress, Baukasten oder individuell?.

Weg 3: KI-first-Systeme – die KI macht fast alles

Der dritte Weg ist der neueste und der, über den am lautesten gesprochen wird. Systeme wie Lovable, Bolt, Base44, v0 oder Replit funktionieren ohne Baukasten und ohne CMS: Du beschreibst in normaler Sprache, was du willst, und im Hintergrund entsteht echter Code, der sofort läuft. Du siehst das Ergebnis, schreibst „mach die Kopfzeile schmaler und füge ein Kontaktformular ein", und es passiert.

Der Reiz ist real. Was früher ein Angebot, zwei Wochen und drei Abstimmungsrunden gebraucht hätte, steht in vierzig Minuten. Für Prototypen, interne Werkzeuge, Landingpages einer Kampagne oder um eine Idee überhaupt erst greifbar zu machen, ist das ein echter Fortschritt – ich benutze solche Werkzeuge selbst dafür.

Die Unterschiede, auf die es ankommt. Die Anbieter sehen sich sehr ähnlich und unterscheiden sich in genau dem Punkt, der später zählt: was am Ende dir gehört.

SystemCode-ExportHostingAbrechnung
Lovablevollständig, mit GitHub-Abgleich in beide Richtungeneigene Plattform oder Export zu Vercel, Netlify & Co.Monatspaket mit festem Guthaben, Größenordnung 25–50 $
BoltExport über GitHub möglicheigene Subdomain, alternativ NetlifyVerbrauch nach Token, Größenordnung 25–30 $ je Platz
Base44erst in bezahlten Tarifen, Backend bleibt proprietäreigene Subdomain, eigene Domain erst ab höherem TarifGuthaben nach „Nachrichten", Größenordnung 16–160 $

(Stand August 2026, netto, ohne Gewähr – in diesem Marktsegment ändern sich Tarife im Quartalstakt.)

Der Unterschied zwischen „du kannst den Code mitnehmen" und „du kannst den Code mitnehmen, aber das Backend läuft nur bei uns" ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts. Im zweiten Fall hast du einen Export, der ohne die Plattform nicht läuft – das ist kein Export, das ist ein Andenken.

Wo es im Alltag klemmt. Was diese Systeme bauen, ist eine Anwendung, keine gepflegte Website. Es gibt keine Redaktionsoberfläche, in der deine Mitarbeiterin ohne Angst einen Text ändert – Änderungen laufen wieder über einen Prompt. Die Abrechnung nach Guthaben führt dazu, dass jede Korrekturschleife Geld kostet, und die zehnte Schleife kostet genauso viel wie die erste, obwohl sie nur ein Komma verschiebt. Und Sprachmodelle bauen gelegentlich Dinge, die plausibel aussehen und nicht funktionieren – zum Phänomen gibt es einen eigenen Glossareintrag zur Halluzination.

Für wen sich das lohnt. Für alles, was schnell da sein und nicht ewig leben muss. Für die Firmen-Website mit Anspruch auf Sichtbarkeit und Bestand würde ich es heute nicht empfehlen – nicht weil das Ergebnis schlecht aussieht, sondern weil die Fragen danach ungeklärt sind: Wer pflegt das, wo läuft es in drei Jahren, und was passiert, wenn der Anbieter sein Preismodell ändert?

Die vier Risiken, die im Verkaufsgespräch fehlen

Bei allen drei Wegen gilt: Je mehr die KI übernimmt, desto sorgfältiger musst du hinterher prüfen. Vier Punkte, bei denen ich regelmäßig Reparaturaufträge bekomme.

1. Barrierefreiheit. Das ist inzwischen kein Nice-to-have mehr, sondern für viele Unternehmen Pflicht – Einzelheiten dazu stehen im BFSG-Artikel. Und die Datenlage ist ernüchternd: Eine große Auswertung von Startseiten für 2026 fand auf 95,9 Prozent der untersuchten Seiten automatisch erkennbare WCAG-Fehler – nach sechs Jahren Verbesserung erstmals wieder mehr als im Vorjahr. Ganz oben stehen mangelnde Kontraste (83,9 Prozent der Seiten), fehlende Alternativtexte (53,1 Prozent) und fehlende Formularbeschriftungen (51 Prozent). Interessant ist der Zusammenhang, den die Auswertung nahelegt: Die durchschnittliche Startseite enthielt 1.437 Elemente, ein Sprung von 22,5 Prozent innerhalb eines Jahres, und 82,7 Prozent der Seiten setzten ARIA-Attribute ein – mit steigender Nutzung, aber ohne besseres Ergebnis. Generierter Code ist selten sparsam, und mehr Bausteine bedeuten mehr Stellen, an denen Barrierefreiheit kippt. Prüfen musst du das in jedem Fall selbst.

2. Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung von einem Sprachmodell schreiben zu lassen, ist die riskanteste Zeitersparnis überhaupt. Das Ergebnis liest sich gut, klingt juristisch und beschreibt trotzdem eine Website, die es nicht gibt – mit Diensten, die du nicht einsetzt, und ohne die, die du einsetzt. Diese Texte gehören zu einem Anbieter, der dafür haftet, oder zu einem Anwalt. Ich bin weder das eine noch das andere, und keine KI ist es.

3. Datenschutz. Bei KI-Funktionen im Hintergrund lohnt eine nüchterne Frage: Welche Inhalte verlassen dabei das Haus, an wen, und mit welchem Vertrag? Bei einem US-Baukasten mit eingebauter KI ist die Antwort eine andere als bei einer WordPress-Installation, bei der du selbst entscheidest, welcher Anbieter angebunden wird – oder ob das Modell auf einem eigenen Server läuft. Das ist genau der Grund, warum die WordPress-Lösung nichts von allein tut.

4. Sichtbarkeit. Der Reflex, mit KI in einer Woche vierzig Seiten zu erzeugen, geht nach hinten los. Suchmaschinen und KI-Antwortsysteme belohnen nicht Menge, sondern Substanz: eigene Zahlen, eigene Erfahrung, klar beantwortete Fragen. Warum das gerade jetzt zählt, steht in SEO in Zeiten der KI-Suche und in Sichtbar für Google und KI.

Was drei Jahre kosten – eine grobe Rechnung

Der Monatspreis täuscht. Sinnvoller ist der Blick auf drei Jahre, weil in diesem Zeitraum jede Website mindestens einmal ernsthaft angefasst wird. Grobe Größenordnungen, bewusst weit gefasst:

WegAufbauLaufend pro JahrWas nach 3 Jahren übrig ist
Baukasten mit KIgering, wenige Stundenca. 150–400 €Inhalte – die Website bleibt bei der Plattform
KI-first-Systemgering bis mittelca. 300–700 € Guthabenje nach Anbieter der Code, manchmal nur ein Teil davon
WordPress mit KImittel bis hochHosting plus Pflegealles: Inhalte, Struktur, Design, Daten

Die Zeile „was übrig ist" ist die wichtigste. Sie entscheidet, ob du in drei Jahren weiterbaust oder wieder von vorn anfängst.

Bringt die Seite Umsatz? nein ja Test, Idee, Nebenprojekt KI-first oder Baukasten – in einer Stunde online Wächst sie mit? nein ja Baukasten mit KI Visitenkarte im Netz, wenig Pflegeaufwand WordPress mit KI dort, wo sie hilft In jedem Fall gilt: Rechtstexte, Barrierefreiheit und Inhalte bleiben Chefsache – die nimmt dir keine KI ab.
Zwei Fragen führen meistens schon zur richtigen Antwort – der Rest ist Geschmackssache

Wie ich selbst mit KI arbeite

Zum Schluss, weil die Frage im Gespräch immer kommt: Ja, ich benutze KI täglich – nur an anderer Stelle, als die meisten vermuten. Sie hilft mir bei Rohfassungen von Texten, beim Durchsuchen von Dokumentationen, beim Prüfen von Code auf Flüchtigkeitsfehler und bei Fleißarbeiten, die früher einen halben Tag gefressen haben. Was sie nicht macht: entscheiden, was auf die Startseite gehört, warum ein Kunde bei dir kaufen soll und welche drei Sätze bleiben, wenn zwanzig zu viel sind.

Genau da liegt der Unterschied zwischen „mit KI gebaut" und „von KI gebaut". Das erste ist ein Werkzeugwechsel, wie damals vom Zeichenbrett zum Rechner. Das zweite verlagert Entscheidungen an ein System, das dein Geschäft nicht kennt.

Wenn du überlegst, welcher der drei Wege zu deinem Vorhaben passt, schau ich mir das gerne an – ehrlich auch dann, wenn die Antwort „dafür reicht ein Baukasten" lautet. Mehr dazu auf den Seiten Webdesign & Programmierung und KI-Automation & Beratung.

Häufige Fragen

Kann KI eine komplette Website ohne mein Zutun erstellen?

Technisch ja, praktisch nein. Struktur, Layout und Rohtexte bekommst du in Minuten. Was keine KI kennt, sind deine Preise, deine Kunden, deine Argumente und die rechtlichen Pflichten deines Betriebs. Rechne mit einem brauchbaren Rohbau und mit deiner Arbeit für alles, was den Unterschied macht.

Erkennt Google Websites, die mit KI erstellt wurden – und straft sie ab?

Nicht die Erstellungsart ist das Kriterium, sondern das Ergebnis. Google bewertet, ob eine Seite Menschen weiterhilft. Dünne, austauschbare Massentexte funktionieren nicht – egal ob ein Mensch oder eine Maschine sie geschrieben hat. Ein sorgfältig geprüfter, mit KI-Unterstützung entstandener Text ist unproblematisch.

Ist eine mit KI erstellte Website automatisch barrierefrei?

Nein, eher im Gegenteil. Aktuelle Auswertungen zeigen auf fast allen untersuchten Startseiten automatisch erkennbare WCAG-Fehler, und generierter Code neigt zu mehr Bausteinen und mehr ARIA-Attributen, ohne dass das Ergebnis besser wird. Barrierefreiheit muss geprüft und nachgearbeitet werden – bei jedem der drei Wege.

Darf ich Impressum und Datenschutzerklärung von einer KI schreiben lassen?

Davon rate ich ausdrücklich ab. Solche Texte müssen exakt beschreiben, was deine Website tatsächlich tut – welche Dienste eingebunden sind, welche Daten wohin fließen. Ein Sprachmodell kennt das nicht und ergänzt Plausibles. Nutze einen Generator, der dafür geradesteht, oder einen Anwalt.

Was passiert mit meiner Website, wenn der KI-Anbieter das Produkt einstellt?

Das hängt allein davon ab, was du exportieren kannst. Bei WordPress hast du Datenbank und Dateien – die Website läuft überall weiter. Bei einem Baukasten nimmst du Texte und Bilder mit, der Rest ist ein Neubau. Bei KI-first-Systemen ist es sehr unterschiedlich: manche geben dir den vollständigen Code, andere nur die Oberfläche, während das Backend bei ihnen bleibt. Diese Frage sollte man vor der Entscheidung stellen, nicht danach.

Bringt WordPress von sich aus KI-Funktionen mit?

Die Grundlagen ja, die Funktionen nein. Seit 6.9 und 7.0 gibt es im Kern eine Schnittstelle, über die Erweiterungen ihre Fähigkeiten anmelden, eine zentrale Verwaltung für Zugänge und eine anbieterunabhängige Anbindung an Sprachmodelle. Aktiv wird davon nichts, solange du kein Plugin installierst und einen Zugang hinterlegst – es verlassen also keine Inhalte deine Website, nur weil du aktualisiert hast.

Lohnt sich der Wechsel von einem Baukasten zu WordPress, wenn die KI dort so gut ist?

Nur wenn du an eine Grenze stößt. Solange dein Baukasten alles kann, was du brauchst, ist ein Umzug reine Arbeit ohne Ertrag. Typische Auslöser sind: mehrere Redakteure, ein wachsender Shop, Mehrsprachigkeit, individuelle Funktionen oder wiederkehrend hohe Kosten für Zusatzmodule. Dann rechnet sich der Wechsel schnell – vorher nicht.

Kann ich KI in meine bestehende WordPress-Website einbauen?

Ja, und das ist meistens der sinnvollste Einstieg. Über die Schnittstellen im Kern lassen sich gezielt einzelne Funktionen ergänzen: Textvorschläge in der Redaktion, automatische Alternativtexte für Bilder, ein Assistent für wiederkehrende Anfragen. Der Vorteil gegenüber einem Rundum-Paket ist, dass du bestimmst, welche Daten wohin gehen – und dass du jede Funktion einzeln wieder abschalten kannst.

Holger Klopmeyer
Holger Klopmeyer

Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.

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