Wissen · Ratgeber

Was kostet eine professionelle Website wirklich? Preisfaktoren ehrlich erklärt

15. Juli 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten · von Holger Klopmeyer

„Was kostet eine Website?" ist die häufigste Frage in Erstgesprächen – und die, auf die es am seltensten eine ehrliche Antwort gibt. Die einen nennen 500 Euro, die anderen 50.000, und beide haben irgendwie recht. Das liegt nicht daran, dass die Branche mauert, sondern daran, dass „eine Website" ungefähr so präzise ist wie „ein Fahrzeug": Dazwischen liegen Fahrrad und Sattelschlepper. Hier ist die Einordnung, die ich mir am Anfang meiner Selbstständigkeit selbst gewünscht hätte – mit echten Preisspannen und den Faktoren, die sie bestimmen.

Gleiches Wort, verschiedene Projekte – der Umfang bestimmt den Preis

Orientierungswerte: Was Projekte typischerweise kosten

Jede seriöse Zahl ist eine Spanne, denn kein Projekt gleicht dem anderen. Als Orientierung für individuell umgesetzte Projekte vom Freelancer oder einer kleinen Agentur:

  • Landingpage oder One-Pager: typischerweise 1.500 bis 4.000 Euro. Eine Seite, klare Botschaft, ein Ziel – der Aufwand steckt in Konzept und Text, nicht in der Seitenzahl.
  • Unternehmens-Website (5 bis 15 Seiten, individuelles Design): als Orientierung 4.000 bis 12.000 Euro. Das ist der Klassiker für Handwerk, Mittelstand und Dienstleister.
  • Größere Projekte mit CMS, Mehrsprachigkeit, vielen Inhaltstypen oder Anbindungen: ab etwa 10.000 Euro, nach oben offen.
  • Web-Anwendungen – Konfiguratoren, Portale, Buchungssysteme: individuell zu kalkulieren, realistisch selten unter 10.000 Euro.

Große Agenturen mit Projektleitung, Workshops und mehreren Gewerken liegen deutlich darüber – nicht weil sie abzocken, sondern weil mehr Menschen am Tisch sitzen. Und ja: Es gibt Websites für 500 Euro. Dazu unten mehr.

Die fünf Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen

1. Umfang und Inhalte

Der offensichtlichste Faktor – mit einem oft übersehenen Teil: den Inhalten. Zehn Seiten Design und Technik sind kalkulierbar. Aber wer schreibt die Texte? Wer macht oder besorgt die Bilder? Wenn Texte und Fotos „irgendwie mitgemacht" werden sollen, wandert dieser Aufwand unsichtbar ins Budget – oder das Projekt verzögert sich um Monate, weil Inhalte fehlen. In meiner Erfahrung ist das der häufigste Grund, warum Website-Projekte hängen.

2. Design: angepasst oder individuell

Ein fertiges Design-Theme anzupassen ist günstiger als ein individueller Entwurf – die Website sieht dann allerdings so aus wie viele andere. Individuelles Design kostet mehr, zahlt aber auf das ein, wofür die Website eigentlich da ist: Wiedererkennbarkeit und Vertrauen. Zwischen beiden Polen gibt es viel Spielraum; entscheidend ist, dass die Wahl bewusst getroffen wird.

3. System: CMS oder statisch

Ein Redaktionssystem wie WordPress kostet in der Umsetzung mehr als eine statische Website – und läuft auch im Betrieb teurer weiter, weil Updates, Wartung und Sicherheit dauerhaft Aufmerksamkeit brauchen. Die Systemfrage ist deshalb auch eine Kostenfrage. Wann sich welches System lohnt, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.

4. Funktionen

Kontaktformular, Anfahrtskarte, Referenz-Galerie – Standard. Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen zur Warenwirtschaft, Rechner und Konfiguratoren – hier beginnt echte Entwicklungsarbeit, und jede dieser Funktionen kann das Budget spürbar bewegen. Mein Rat: Funktionen priorisieren und im Zweifel für die zweite Ausbaustufe einplanen, statt alles auf einmal zu wollen.

5. Die unsichtbare Qualität

Zwei Websites können identisch aussehen und sich im Preis verdoppeln – der Unterschied steckt unter der Haube: saubere Ladezeiten, durchdachte SEO-Grundlagen, Barrierefreiheit, ordentlicher Code, der auch in fünf Jahren noch wartbar ist. Das ist der Teil, den man beim Vergleich zweier Angebote nicht sieht und der langfristig den größten Unterschied macht.

Die laufenden Kosten nicht vergessen

Eine Website kostet nicht nur einmal. Realistisch einplanen solltest du:

  • Hosting und Domain: je nach Anforderung typischerweise 10 bis 50 Euro im Monat.
  • Wartung und Updates: bei CMS-Websites als Orientierung 30 bis 150 Euro monatlich, je nach Umfang. Statische Websites brauchen hier fast nichts – einer der Gründe, warum ich sie oft empfehle, wenn sich Inhalte selten ändern.
  • Inhaltspflege: entweder eigene Arbeitszeit oder gebuchte Stunden beim Dienstleister.

Wer nur den Erstellungspreis vergleicht, vergleicht die halbe Rechnung.

Und die 500-Euro-Website?

Die gibt es – als Baukasten-Abo oder Template-Schnellschuss. Für den Sportverein oder ein Hobby-Projekt völlig in Ordnung. Für ein Unternehmen ist sie meist die teuerste Variante: Sie bringt keine Anfragen, weil Konzept, Text und Sichtbarkeit fehlen – und wird nach zwei Jahren doch neu gemacht. Dann wurden zweimal Geld und einmal wertvolle Zeit bezahlt. Der Preis einer Website sagt wenig; ihr Preis pro gewonnener Anfrage sagt alles.

Woran du sparen kannst – und woran nicht

Sparen kannst du gut beim Umfang: lieber fünf starke Seiten als fünfzehn halbgare, lieber Ausbaustufe zwei sauber planen als alles sofort. Auch beim Design gibt es vernünftige Mittelwege.

Nicht sparen solltest du bei Konzept und Text (sie entscheiden, ob die Website etwas bewirkt), bei Ladezeit und Technik-Qualität (sie entscheiden über Google-Sichtbarkeit) und bei den Rechtstexten (Impressum, Datenschutz – hier wird Sparen schnell teuer).

Fazit: Der Preis folgt dem Projekt

Eine professionelle Unternehmens-Website liegt als Orientierung meist zwischen 4.000 und 12.000 Euro – nach unten und oben gibt es gute Gründe für Abweichungen. Wichtiger als die Zahl selbst ist, dass ein Angebot transparent macht, was darin steckt: Umfang, Design-Tiefe, System, Funktionen, Inhalte. Genau deshalb nenne ich Preise erst nach einem Gespräch – nicht als Verkaufstaktik, sondern weil alles andere geraten wäre.

Du planst gerade ein Website-Projekt und willst wissen, wo es preislich landet? Erzähl mir kurz davon – du bekommst eine ehrliche Einschätzung, auch wenn die Antwort lautet: „Das geht günstiger, als du denkst."

Häufige Fragen

Was kostet eine einfache Website für Selbstständige?

Ein professionell umgesetzter One-Pager oder eine kleine Website mit drei bis fünf Seiten liegt typischerweise zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Darunter geht es meist nur mit Baukasten oder Template von der Stange – was für den Start in Ordnung sein kann, aber selten Anfragen bringt.

Warum sind die Preisunterschiede zwischen Anbietern so groß?

Weil unter „Website" völlig verschiedene Leistungen verkauft werden: Template anpassen oder individuell gestalten, Texte übernehmen oder entwickeln, Technik von der Stange oder sauber optimiert. Dazu kommen unterschiedliche Strukturen – ein Freelancer kalkuliert anders als eine Agentur mit Projektleitung. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn sie den Leistungsumfang gleich detailliert aufschlüsseln.

Welche laufenden Kosten hat eine Website?

Hosting und Domain (typischerweise 10 bis 50 Euro monatlich), bei CMS-Websites zusätzlich Wartung und Updates (als Orientierung 30 bis 150 Euro monatlich) sowie Zeit oder Budget für die Inhaltspflege. Statische Websites sind im Betrieb deutlich günstiger, weil Wartung und Updates weitgehend entfallen.

Ist ein Baukasten die günstigere Alternative?

Auf den ersten Blick ja: geringe Monatsmiete, kein Dienstleister nötig. Über die Jahre gerechnet relativiert sich das – und die strukturellen Grenzen bleiben: eingeschränktes Design, begrenzte SEO-Möglichkeiten, kein Eigentum an der Website. Die ausführliche Einordnung steht im Artikel WordPress, Baukasten oder individuell.

Holger Klopmeyer
Holger Klopmeyer

Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.

Fragen zu deinem Projekt?
Lass uns sprechen.

Unverbindlich und auf Augenhöhe – ich sage dir ehrlich, was sinnvoll ist.

Termin vereinbaren → oder Kontaktdaten ansehen