„Was kostet eine Website?" ist die häufigste Frage in Erstgesprächen – und die, auf die es am seltensten eine ehrliche Antwort gibt. Die einen nennen 500 Euro, die anderen 50.000, und beide haben irgendwie recht. Das liegt nicht daran, dass die Branche mauert, sondern daran, dass „eine Website" ungefähr so präzise ist wie „ein Fahrzeug": Dazwischen liegen Fahrrad und Sattelschlepper. Hier ist die Einordnung, die ich mir am Anfang meiner Selbstständigkeit selbst gewünscht hätte – mit echten Preisspannen und den Faktoren, die sie bestimmen.
Jede seriöse Zahl ist eine Spanne, denn kein Projekt gleicht dem anderen. Als Orientierung für individuell umgesetzte Projekte vom Freelancer oder einer kleinen Agentur:
Große Agenturen mit Projektleitung, Workshops und mehreren Gewerken liegen deutlich darüber – nicht weil sie abzocken, sondern weil mehr Menschen am Tisch sitzen. Und ja: Es gibt Websites für 500 Euro. Dazu unten mehr.
Der offensichtlichste Faktor – mit einem oft übersehenen Teil: den Inhalten. Zehn Seiten Design und Technik sind kalkulierbar. Aber wer schreibt die Texte? Wer macht oder besorgt die Bilder? Wenn Texte und Fotos „irgendwie mitgemacht" werden sollen, wandert dieser Aufwand unsichtbar ins Budget – oder das Projekt verzögert sich um Monate, weil Inhalte fehlen. In meiner Erfahrung ist das der häufigste Grund, warum Website-Projekte hängen.
Ein fertiges Design-Theme anzupassen ist günstiger als ein individueller Entwurf – die Website sieht dann allerdings so aus wie viele andere. Individuelles Design kostet mehr, zahlt aber auf das ein, wofür die Website eigentlich da ist: Wiedererkennbarkeit und Vertrauen. Zwischen beiden Polen gibt es viel Spielraum; entscheidend ist, dass die Wahl bewusst getroffen wird.
Ein Redaktionssystem wie WordPress kostet in der Umsetzung mehr als eine statische Website – und läuft auch im Betrieb teurer weiter, weil Updates, Wartung und Sicherheit dauerhaft Aufmerksamkeit brauchen. Die Systemfrage ist deshalb auch eine Kostenfrage. Wann sich welches System lohnt, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.
Kontaktformular, Anfahrtskarte, Referenz-Galerie – Standard. Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen zur Warenwirtschaft, Rechner und Konfiguratoren – hier beginnt echte Entwicklungsarbeit, und jede dieser Funktionen kann das Budget spürbar bewegen. Mein Rat: Funktionen priorisieren und im Zweifel für die zweite Ausbaustufe einplanen, statt alles auf einmal zu wollen.
Zwei Websites können identisch aussehen und sich im Preis verdoppeln – der Unterschied steckt unter der Haube: saubere Ladezeiten, durchdachte SEO-Grundlagen, Barrierefreiheit, ordentlicher Code, der auch in fünf Jahren noch wartbar ist. Das ist der Teil, den man beim Vergleich zweier Angebote nicht sieht und der langfristig den größten Unterschied macht.
Eine Website kostet nicht nur einmal. Realistisch einplanen solltest du:
Wer nur den Erstellungspreis vergleicht, vergleicht die halbe Rechnung.
Die gibt es – als Baukasten-Abo oder Template-Schnellschuss. Für den Sportverein oder ein Hobby-Projekt völlig in Ordnung. Für ein Unternehmen ist sie meist die teuerste Variante: Sie bringt keine Anfragen, weil Konzept, Text und Sichtbarkeit fehlen – und wird nach zwei Jahren doch neu gemacht. Dann wurden zweimal Geld und einmal wertvolle Zeit bezahlt. Der Preis einer Website sagt wenig; ihr Preis pro gewonnener Anfrage sagt alles.
Sparen kannst du gut beim Umfang: lieber fünf starke Seiten als fünfzehn halbgare, lieber Ausbaustufe zwei sauber planen als alles sofort. Auch beim Design gibt es vernünftige Mittelwege.
Nicht sparen solltest du bei Konzept und Text (sie entscheiden, ob die Website etwas bewirkt), bei Ladezeit und Technik-Qualität (sie entscheiden über Google-Sichtbarkeit) und bei den Rechtstexten (Impressum, Datenschutz – hier wird Sparen schnell teuer).
Eine professionelle Unternehmens-Website liegt als Orientierung meist zwischen 4.000 und 12.000 Euro – nach unten und oben gibt es gute Gründe für Abweichungen. Wichtiger als die Zahl selbst ist, dass ein Angebot transparent macht, was darin steckt: Umfang, Design-Tiefe, System, Funktionen, Inhalte. Genau deshalb nenne ich Preise erst nach einem Gespräch – nicht als Verkaufstaktik, sondern weil alles andere geraten wäre.
Du planst gerade ein Website-Projekt und willst wissen, wo es preislich landet? Erzähl mir kurz davon – du bekommst eine ehrliche Einschätzung, auch wenn die Antwort lautet: „Das geht günstiger, als du denkst."
Ein professionell umgesetzter One-Pager oder eine kleine Website mit drei bis fünf Seiten liegt typischerweise zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Darunter geht es meist nur mit Baukasten oder Template von der Stange – was für den Start in Ordnung sein kann, aber selten Anfragen bringt.
Weil unter „Website" völlig verschiedene Leistungen verkauft werden: Template anpassen oder individuell gestalten, Texte übernehmen oder entwickeln, Technik von der Stange oder sauber optimiert. Dazu kommen unterschiedliche Strukturen – ein Freelancer kalkuliert anders als eine Agentur mit Projektleitung. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn sie den Leistungsumfang gleich detailliert aufschlüsseln.
Hosting und Domain (typischerweise 10 bis 50 Euro monatlich), bei CMS-Websites zusätzlich Wartung und Updates (als Orientierung 30 bis 150 Euro monatlich) sowie Zeit oder Budget für die Inhaltspflege. Statische Websites sind im Betrieb deutlich günstiger, weil Wartung und Updates weitgehend entfallen.
Auf den ersten Blick ja: geringe Monatsmiete, kein Dienstleister nötig. Über die Jahre gerechnet relativiert sich das – und die strukturellen Grenzen bleiben: eingeschränktes Design, begrenzte SEO-Möglichkeiten, kein Eigentum an der Website. Die ausführliche Einordnung steht im Artikel WordPress, Baukasten oder individuell.
Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.
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