„Machen wir das mit WordPress?" ist meist die erste Frage, wenn ein Website-Projekt startet. Verständlich – WordPress betreibt einen riesigen Teil aller Websites weltweit. Aber die ehrliche Antwort lautet: kommt darauf an. Die Systemfrage entscheidet über Kosten, Pflegeaufwand und Lebensdauer einer Website – und sie wird oft aus Gewohnheit beantwortet statt aus dem Projekt heraus. Hier ist die Entscheidungshilfe, die ich auch in meinen Beratungen nutze.
Grob gibt es vier Ansätze, eine Website zu bauen:
WordPress spielt seine Stärken aus, wenn diese Punkte zusammenkommen:
Ein wichtiger Punkt dabei: WordPress ist nicht gleich WordPress. Ein gekauftes Mehrzweck-Theme mit dreißig Plugins ist träge, wartungsintensiv und sicherheitsanfällig. Ein individuell entwickeltes, schlankes Theme mit handverlesenen Erweiterungen ist das genaue Gegenteil. Wenn WordPress einen schlechten Ruf hat, liegt das fast immer an der Umsetzung, nicht am System.
Genauso klar gibt es Fälle, in denen ich von WordPress abrate:
Für den Sportverein oder das Hobby-Projekt: völlig in Ordnung. Für Unternehmen sehe ich drei strukturelle Probleme: Die gestalterischen Grenzen sind schnell erreicht (die Website sieht aus wie tausend andere), die Möglichkeiten für sauberes SEO sind eingeschränkt, und es gibt kein Eigentum – wer die Plattform verlässt, fängt bei null an. Die vermeintlich günstige Monatsmiete ist über die Jahre gerechnet zudem selten günstig.
Wenn du für ein Projekt (oder das deines Kunden) vor der Systemfrage stehst, führen diese vier Fragen fast immer zur Antwort:
Es gibt kein „bestes" System – es gibt das passende für den konkreten Fall. Mein Ansatz ist deshalb bewusst technologieoffen: Oft ist ein sauber umgesetztes WordPress die richtige Basis, manchmal ein anderes CMS, und erstaunlich oft ist die schlanke, individuell programmierte Lösung die wirtschaftlichste. Entscheidend ist, dass die Wahl aus dem Projekt heraus begründet ist – nicht aus der Gewohnheit des Dienstleisters.
Du stehst gerade vor genau dieser Entscheidung? Dann lass uns kurz drüber sprechen – ich sage dir ehrlich, welches Fundament zu deinem Projekt passt.
Ja – wenn es sauber umgesetzt wird. WordPress betreibt weiterhin einen riesigen Teil des Webs und wird aktiv weiterentwickelt. Veraltet wirken vor allem Umsetzungen mit überladenen Kauf-Themes und Plugin-Sammlungen. Ein schlankes, individuell entwickeltes Theme ist davon so weit entfernt wie ein Maßanzug von der Wühlkiste.
Für Google zählt nicht das System, sondern das Ergebnis: Ladezeit, Struktur, Inhalte. Eine schlecht gemachte WordPress-Site verliert gegen eine gute statische – und umgekehrt. Statische Seiten haben beim Tempo einen natürlichen Vorteil, WordPress punktet bei häufig aktualisierten Inhalten. Beides lässt sich hervorragend optimieren.
Die Inhalte lassen sich übernehmen – Texte und Bilder sind kopierbar. Design, Struktur und alles Technische müssen dagegen neu aufgebaut werden, und die alten Baukasten-URLs gehen meist verloren, was ohne Gegenmaßnahmen Rankings kostet. Ein Wechsel ist also machbar, aber ein echtes Projekt. Deshalb lohnt es sich, die Systemfrage am Anfang ernst zu nehmen.
Als grobe Orientierung: Eine schlanke statische Unternehmens-Website ist in zwei bis vier Wochen machbar, ein individuelles WordPress-Projekt liegt je nach Umfang bei vier bis zehn Wochen – Inhalte und Abstimmungen sind dabei oft der größte Zeitfaktor, nicht die Technik.
Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.
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