„Wie lange dauert so eine Website denn?" Diese Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meist innerhalb der ersten zehn Minuten. Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt weniger von mir ab als von dir – und zwar an genau einer Stelle.
Dieser Artikel beschreibt, wie ein Website-Projekt tatsächlich abläuft. Nicht die Hochglanzversion mit fünf Phasen und Häkchen, sondern die mit den Stellen, an denen es klemmt.
Dauer: ein bis zwei Wochen. Dein Aufwand: ein bis zwei Gespräche.
Am Anfang steht kein Design, sondern eine Frage: Was soll die Website erreichen? „Modern aussehen" ist kein Ziel. „Zehn qualifizierte Anfragen im Monat statt drei" ist eins. „Bewerbungen von Fachkräften bekommen" auch.
Aus dem Ziel folgt fast alles Weitere – welche Seiten es braucht, worauf die Startseite hinausläuft, ob ein Blog sinnvoll ist, was gemessen werden soll. Wer diese Phase überspringt, baut hübsch am Zweck vorbei.
In dieser Phase klären wir außerdem das Unangenehme: Budgetrahmen, Wunschtermin, wer auf deiner Seite entscheidet. Der letzte Punkt ist wichtiger, als er klingt. Projekte mit einem Ansprechpartner laufen doppelt so schnell wie Projekte mit einem Gremium.
Am Ende steht ein Angebot mit festem Umfang. Was kostenmäßig hineinspielt, habe ich unter Was kostet eine professionelle Website ausführlich aufgeschrieben.
Dauer: zwei bis acht Wochen. Dein Aufwand: hoch.
Das ist die Phase, in der Projekte sterben. Nicht an Technik, nicht an Gestaltung – an Texten und Bildern, die nicht kommen.
Der Grund ist verständlich: Inhalte zu schreiben ist Arbeit, sie steht nicht im Kalender, und sie fällt zusätzlich zum Tagesgeschäft an. Aus zwei geplanten Wochen werden dann zwei Monate. Ich sage das so deutlich, weil es der eine Punkt ist, an dem du den Zeitplan in der Hand hast.
Was in dieser Phase entsteht:
Drei Dinge beschleunigen diese Phase erheblich: früh anfangen, unfertig abliefern statt gar nicht, und eine Seite nach der anderen freigeben statt alles am Schluss.
Dauer: zwei bis drei Wochen. Dein Aufwand: zwei Feedbackrunden.
Jetzt entsteht das Aussehen – zuerst an ein bis zwei Schlüsselseiten, nicht an allen. Startseite und eine typische Unterseite legen Schrift, Farben, Abstände und Bildsprache fest; der Rest folgt daraus.
Zwei Feedbackrunden reichen in der Regel, wenn das Feedback gebündelt kommt. Was nicht funktioniert: fünf E-Mails an drei Tagen mit jeweils einem Detail. Sammle deine Anmerkungen, gib sie als Paket, und formuliere sie als Wirkung statt als Lösung – „wirkt zu kühl" hilft mir mehr als „mach das Blau dunkler".
Realistisch dazu: Beim ersten Entwurf trifft man nicht immer. Das ist normal und einkalkuliert. Ein Entwurf, den du nicht magst, ist trotzdem ein Fortschritt, weil danach klarer ist, wohin es geht.
Dauer: drei bis fünf Wochen. Dein Aufwand: gering.
Die ruhigste Phase für dich. Aus dem Entwurf wird eine funktionierende Website: Seiten, Navigation, Formulare, Mobilansichten, Ladezeit, Zugänglichkeit, Datenschutz-Einstellungen.
Ein Teil der Arbeit ist unsichtbar und trotzdem wichtig – Meta-Angaben, strukturierte Daten, Weiterleitungen von den alten URLs, damit bei einem Relaunch die Suchmaschinen-Platzierungen nicht wegbrechen. Wie kritisch dieser Punkt ist, steht im Relaunch-Artikel.
Du bekommst in dieser Phase einen Zugang zur Vorschauversion. Nutz ihn – aber bewerte noch nicht jedes Detail, es ist eine Baustelle.
Dauer: etwa eine Woche. Dein Aufwand: einmal gründlich durchklicken.
Vor dem Livegang steht die Abnahme: Alle Seiten durchgehen, alle Formulare absenden, Rechtschreibung prüfen, Telefonnummern anrufen. Ja, wirklich anrufen – falsche Rufnummern sind der Klassiker.
Der Livegang selbst dauert Minuten. Danach folgen die Aufräumarbeiten, die man gern vergisst: alte Seiten weiterleiten, Suchmaschine informieren, Statistik aktivieren, Zugänge übergeben. Und ein Termin zwei bis vier Wochen später, um zu schauen, was die ersten echten Besucher tun.
Für eine typische Unternehmens-Website mit acht bis fünfzehn Seiten: neun bis achtzehn Wochen von der Zusage bis zum Livegang.
Die Spanne ist deshalb so breit, weil Phase 2 alles dominiert. Ein Kunde mit fertigen Texten und guten Fotos ist in zehn Wochen live. Derselbe Umfang ohne Inhalte dauert ein halbes Jahr – und die Verzögerung entsteht dabei nicht bei mir.
Wenn ein Termin fest steht, etwa eine Messe oder eine Eröffnung, planen wir rückwärts und setzen einen harten Inhalts-Stichtag. Was bis dahin nicht da ist, geht mit Platzhalter live und wird nachgezogen. Das klingt unbefriedigend, ist aber deutlich besser als eine Verschiebung.
Drei Dinge, die ich immer wieder sehe:
Eine Website ist kein Möbelstück, das man aufstellt und stehen lässt. Nach dem Livegang kommen Updates, kleine Korrekturen, neue Inhalte. Wie viel davon du selbst machst und was du abgibst, ist eine eigene Entscheidung – dazu gibt es den Artikel Wartungsvertrag oder selbst pflegen.
Wenn du gerade am Anfang stehst und wissen willst, ob dein Vorhaben realistisch ist: Ein Gespräch kostet nichts und klärt meist in einer halben Stunde mehr als drei Wochen Recherche. Mehr dazu unter Beratung.
Im Kern drei Dinge: eine klare Vorstellung vom Ziel, die Inhalte (Texte und Bilder) und zeitnahe Entscheidungen. Alles andere kann ich übernehmen – Texte lassen sich beauftragen, Fotos auch. Nur das Ziel und die Freigaben kann dir niemand abnehmen.
Ja, das ist bei den meisten Projekten der Normalfall. Wichtig ist, dass die Pflege zu deinen Kenntnissen passt: ein System, in dem du Texte und Bilder ändern kannst, ohne das Layout zu zerlegen. Eine kurze Einweisung gehört zur Übergabe – erfahrungsgemäß eine Stunde, danach kommt selten eine Rückfrage.
Zwei in der Gestaltung, eine in der Umsetzung. Das reicht fast immer, wenn Feedback gebündelt kommt. Unbegrenzte Schleifen zu versprechen wäre unseriös – sie führen erfahrungsgemäß nicht zu besseren Ergebnissen, sondern nur zu späteren.
Sie bleibt bis zum Livegang unverändert online. Danach werden alle alten Adressen per Weiterleitung auf die passende neue Seite gelenkt, damit weder Besucher noch Suchmaschinen ins Leere laufen. Eine Sicherung der alten Fassung bekommst du zusätzlich – man weiß nie.
Ja, und das ist oft der klügere Weg. Erst eine kompakte, gute Website mit den Seiten, die Anfragen bringen. Später Wissensbereich, Konfigurator oder Mehrsprachigkeit. Das verteilt die Kosten und du entscheidest die Ausbaustufen auf Basis echter Zahlen statt Vermutungen.
Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.
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