Wer Renderings seines Produkts plant, hat oft den größten Schatz schon im Haus: die Konstruktionsdaten. Aus ihnen entsteht das 3D-Modell schneller und genauer als durch Nachmodellieren nach Fotos. Trotzdem kommt beim ersten Austausch zwischen Konstruktion und Marketing oft eine Datei an, mit der niemand richtig arbeiten kann. Dieser Artikel zeigt, welche Formate sich eignen, worauf es beim Export ankommt und welche Informationen in keiner CAD-Datei stehen – damit der Weg vom Bauteil zum Produktbild kurz bleibt.
Ein Rendering braucht ein 3D-Modell. Liegt keins vor, wird es nachgebaut: aus technischen Zeichnungen, Maßen und Fotos. Das funktioniert zuverlässig, kostet aber Zeit – und jede Rundung, jeder Radius ist eine Schätzung. Mit CAD-Daten ist die Geometrie dagegen maßgenau und vollständig, bis zur letzten Fase. Der Aufwand verschiebt sich vom Modellieren zum Aufbereiten: Teile ordnen, Oberflächen glätten, Materialien zuweisen. Bei technischen Produkten mit vielen Details ist das meist der deutlich kürzere Weg. Wie sich das auf die Kosten auswirkt, zeigt der Artikel Was kostet ein 3D-Rendering?

Konstruktionsprogramme arbeiten mit mathematisch exakten Flächen, Render-Programme mit Polygonen, also vielen kleinen Dreiecken und Vierecken. Irgendwo dazwischen muss umgerechnet werden. Wie gut das gelingt, hängt stark vom Format ab.
| Format | Endung | Eignung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| STEP | .stp, .step | ✓ sehr gut | Der Standard für den Austausch. Exakte Geometrie, Baugruppenstruktur bleibt erhalten. Erste Wahl. |
| Native Dateien | z. B. .sldprt/.sldasm, .ipt/.iam, .3dm | ✓ gut | SolidWorks, Inventor, Rhino und Co. lassen sich oft direkt lesen. Vorher abstimmen, welche Version passt. |
| Parasolid, JT | .x_t, .jt | ✓ gut | Verbreitet in Industrie und Automobilbau, zuverlässig. |
| IGES | .igs, .iges | ~ mit Abstrichen | Älter, überträgt oft nur Flächen. Lücken und verdrehte Flächen sind häufig. Nur, wenn nichts anderes geht. |
| OBJ, FBX | .obj, .fbx | ~ je nach Qualität | Schon in Polygone umgerechnet. Gut, wenn fein genug exportiert, sonst sichtbar kantig. |
| STL | .stl | ✗ ungeeignet | Für den 3D-Druck gedacht: keine Teile-Struktur, keine Farben, grobe Facetten auf runden Flächen. |
| PDF, DWG-Zeichnung | .pdf, .dwg | ✗ kein 3D | Als Maßvorlage hilfreich, ersetzt aber kein Modell. |
Die Faustregel: STEP oder die native Datei – und im Zweifel beides schicken. Ein Render-Profi rechnet die exakten Flächen dann selbst in der Feinheit um, die das spätere Bild braucht. Eine Nahaufnahme verlangt mehr Polygone als ein Katalog-Freisteller.
Die meisten Probleme entstehen nicht durch das falsche Format, sondern durch den Export selbst. Fünf Punkte sparen auf beiden Seiten viel Zeit:
Eine Konstruktion beschreibt die Form, aber kaum, wie das Produkt aussieht. Für ein fotorealistisches Rendering fehlen deshalb fast immer:
Gerade bei Neuentwicklungen geben Firmen ihre Konstruktionsdaten ungern aus der Hand – zu Recht. Dafür gibt es zwei bewährte Wege. Erstens eine vereinfachte Hülle: Viele CAD-Programme können nur die äußere Form exportieren, ohne Innenleben, Toleranzen und Konstruktionshistorie. Für ein Produktbild reicht das völlig. Zweitens eine Vertraulichkeitsvereinbarung, bevor die Daten fließen. Beides ist bei Neuheiten, die vor dem Marktstart gezeigt werden sollen, ohnehin üblich.
Mit diesem Paket steht das Modell in der Regel deutlich schneller, und die ersten Testbilder zeigen schon das, was später gedruckt wird. Wie so ein Projekt bei mir abläuft und welche Ergebnisse dabei herauskommen, siehst du auf der Seite 3D-Renderings erstellen lassen. Was ein Rendering überhaupt ist, erklärt der Glossareintrag Rendering.
Du hast CAD-Daten und fragst dich, was daraus werden kann? Schick sie mir – ich sage dir, ob sie für Renderings taugen und was noch fehlt.
STEP ist der sicherste Weg: Das Format überträgt die exakte Geometrie samt Baugruppenstruktur und lässt sich in praktisch jedem 3D-Programm öffnen. Native Dateien aus SolidWorks, Inventor oder Rhino sind ebenfalls gut geeignet. STL und stark vereinfachte Polygon-Exporte führen dagegen zu kantigen Rundungen.
Möglich ist es, aber selten schön. STL speichert nur grobe Dreiecke ohne Teile-Struktur und ohne Farben, runde Flächen wirken facettiert. Für Produktbilder sollte, wenn irgend möglich, eine STEP- oder native Datei geliefert werden.
Nein. Für einen Freisteller genügt die sichtbare Außenhülle, Innenleben kann wegbleiben. Für Schnitt- und Explosionsdarstellungen werden die inneren Teile dagegen gebraucht. Wichtig ist, dass alle sichtbaren Teile und der aktuelle Konstruktionsstand enthalten sind.
Dann wird das betroffene Teil im 3D-Modell ausgetauscht oder angepasst und das Bild neu berechnet. Ein neues Fotoshooting entfällt. Am wenigsten Aufwand entsteht, wenn die Baugruppenstruktur von Anfang an sauber war – dann lässt sich ein einzelnes Teil gezielt ersetzen.
Ja. Dann wird nach technischen Zeichnungen, Maßen und Fotos nachmodelliert. Das dauert länger und ist bei sehr komplexen Teilen aufwendiger, liefert bei einfachen bis mittleren Produkten aber ebenfalls fotorealistische Ergebnisse.
Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.
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