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Was kostet ein 3D-Rendering? Preise, Beispiele und was sie treibt

8. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten · von Holger Klopmeyer

„Was kostet so ein Rendering?“ ist meist die erste Frage – und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt weniger auf das einzelne Bild an als auf das 3D-Modell dahinter. Damit du trotzdem eine belastbare Vorstellung bekommst, nenne ich hier meine Richtwerte für die einzelnen Bausteine, rechne drei typische Projekte durch und zeige, was den Preis nach oben oder unten bewegt.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Ein Rendering-Projekt besteht fast immer aus denselben Bausteinen:

  1. Das 3D-Modell – aus vorhandenen CAD-Daten aufbereitet oder nach Zeichnungen und Fotos nachmodelliert. Das ist der größte Posten.
  2. Materialien, Licht und Kamera – das erste Motiv, bei dem der Look entsteht: Oberflächen, Etiketten, Ausleuchtung, Perspektive.
  3. Weitere Motive – zusätzliche Blickwinkel, Farben und Varianten aus demselben Modell. Die sind vergleichsweise günstig.
  4. Optional: Szene, Compositing oder Animation – das Produkt in einer Umgebung, eingesetzt in ein Foto oder in Bewegung.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Das erste Bild ist teuer, jedes weitere günstig. Bei der Fotografie ist es umgekehrt – dort kostet jedes Motiv ungefähr gleich viel, weil jedes Mal neu aufgebaut, ausgeleuchtet und retuschiert wird.

Richtwerte für die einzelnen Bausteine

Die folgenden Spannen sind meine Richtwerte als Orientierung, netto zuzüglich Mehrwertsteuer. Wo dein Projekt genau liegt, hängt vor allem von der Komplexität des Produkts und der Datenlage ab.

  • 3D-Modell aus CAD-Daten: 300 – 950 € (aufbereiten, Teile ordnen, Materialien)
  • 3D-Modell nachmodelliert: 700 – 3.000 € (nach Zeichnungen, Maßen und Fotos)
  • Erstes Motiv als Freisteller: 180 – 480 € (Licht, Kamera, Retusche)
  • Jedes weitere Motiv oder jede Farbvariante: 50 – 150 € (aus demselben Modell)
  • Szene oder Umgebung zusätzlich: 350 – 1.450 € (Raum, Landschaft, Werkhalle)
  • Animation oder 360°-Ansicht: ab 950 €

Ein einfaches Produkt mit sauberen CAD-Daten liegt am unteren Ende, eine Maschine mit vielen Einzelteilen, die nach Fotos nachgebaut werden muss, am oberen.

Gerenderte Kosmetikverpackungen als einheitliche Produktreihe
Typischer Fall für 3D: eine ganze Produktreihe als Packshots aus einem Licht-Setup – jede weitere Verpackung kostet nur noch einen Bruchteil der ersten.

Drei Rechenbeispiele

Beispiel 1: Ein Produkt mit Farbvarianten für den Onlineshop. CAD-Daten liegen vor, gebraucht werden ein Freisteller und vier weitere Farben. Modell aus CAD (300 – 950 €) + erstes Motiv (180 – 480 €) + vier Varianten (4 × 50 – 150 €) = rund 700 bis 2.000 €. Jede spätere Farbe kostet dann nur noch den Preis eines weiteren Motivs.

Beispiel 2: Ein Möbelstück in einer Wohnszene. Keine CAD-Daten, das Möbel wird nach Fotos und Maßen nachmodelliert und in einem Raum mit drei Perspektiven gezeigt. Modell nachmodelliert (700 – 3.000 €) + Szene (350 – 1.450 €) + erstes Motiv (180 – 480 €) + zwei weitere Perspektiven (2 × 50 – 150 €) = etwa 1.300 bis 5.200 €.

Beispiel 3: Eine Maschine für Messe und Vertrieb. CAD-Daten der Konstruktion, dazu fünf Motive und eine kurze Animation. Modell aus CAD (300 – 950 €) + erstes Motiv (180 – 480 €) + vier weitere Motive (4 × 50 – 150 €) + Animation (ab 950 €) = ab etwa 1.600 €, je nach Länge und Aufwand der Animation auch deutlich mehr.

Die breiten Spannen sind kein Ausweichen: Zwischen einem glatten Kunststoffgehäuse und einer Armatur mit feiner Riffelung liegt beim Modellieren schlicht ein Vielfaches an Arbeit. Ein verbindliches Angebot gibt es deshalb erst nach einem Blick auf die Unterlagen.

Was den Preis nach oben treibt

  • Fehlende CAD-Daten. Nachmodellieren ist der größte einzelne Kostentreiber. Wer Konstruktionsdaten hat, sollte sie nutzen – welche Unterlagen ideal sind, steht auf der Seite 3D-Renderings erstellen lassen.
  • Viele sichtbare Details. Gewinde, Riffelungen, Schriften auf dem Produkt, Kabel, Nähte und Stoffe kosten Modellierzeit.
  • Schwierige Materialien. Glas, Flüssigkeiten, Naturholz, Leder und Textilien brauchen mehr Abstimmung als Kunststoff oder Lack.
  • Aufwendige Szenen. Ein kompletter Raum mit Möbeln, Deko und Tageslicht ist ein eigenes kleines Projekt.
  • Sehr hohe Auflösung. Messewände und Großformate verlängern die Rechenzeit und verlangen mehr Detail im Modell.
  • Viele Korrekturschleifen. Jede Runde, in der sich Material oder Perspektive grundlegend ändert, kostet Zeit. Deshalb stimmen wir den Look früh an Testbildern ab.

Wie du Kosten sparst

  • CAD-Daten früh liefern, am besten als STEP-Datei, dazu Farbangaben und Logos als Vektordatei.
  • Varianten bündeln. Alle Farben und Perspektiven auf einmal zu beauftragen ist günstiger als sie einzeln nachzubestellen.
  • Mit der Produktlinie beginnen, die die meisten Varianten hat. Dort spart 3D im Vergleich zur Fotografie am meisten.
  • Das Modell weiterverwenden. Katalog, Shop, Messe und später ein Konfigurator können auf demselben Modell aufbauen – das erste Projekt finanziert die nächsten mit.

Rendering, Foto oder KI-Bild – was ist günstiger?

Für ein einzelnes Bild eines vorhandenen Produkts ist ein Foto oft günstiger. Sobald es um viele Varianten, Produkte vor dem Marktstart oder Einblicke ins Innere geht, kippt die Rechnung zugunsten von 3D. KI-Bilder sind in der Erstellung am billigsten, zeigen aber kein verlässlich korrektes Produkt: Logos, Beschriftungen und Proportionen weichen ab. Wann sich welcher Weg lohnt, erkläre ich ausführlich im Artikel 3D-Rendering statt Produktfotografie. Was ein Rendering überhaupt ist, steht im Glossar unter Rendering.

Du willst wissen, wo dein Produkt in diesen Spannen liegt? Schick mir CAD-Daten, ein Datenblatt oder ein paar Fotos – du bekommst ein Angebot mit festen Positionen.

Häufige Fragen

Was kostet ein einzelnes 3D-Rendering?

Ein einzelnes Produktbild kostet als Richtwert etwa 500 bis 1.400 Euro netto, wenn CAD-Daten vorliegen – das meiste davon entfällt auf das 3D-Modell. Muss nachmodelliert werden, liegt es höher. Jedes weitere Bild aus demselben Modell kostet dann nur noch etwa 50 bis 150 Euro.

Warum sind 3D-Renderings beim ersten Bild so teuer?

Weil das 3D-Modell der aufwendigste Teil ist: Geometrie, Materialien, Etiketten und Licht müssen einmal sauber aufgebaut werden. Danach sind neue Perspektiven, Farben und Formate nur noch eine Frage der Rechenzeit und etwas Nachbearbeitung.

Ist ein Rendering günstiger als ein Fotoshooting?

Bei einem einzelnen Motiv eines vorhandenen Produkts meist nicht. Bei vielen Varianten, großen oder schwer transportierbaren Produkten und bei Produkten, die es noch nicht gibt, ist 3D dagegen in der Regel günstiger – und das Modell lässt sich für spätere Motive weiterverwenden.

Was kostet eine 3D-Animation?

Eine kurze Produktanimation oder 360°-Ansicht beginnt bei etwa 950 Euro netto, sofern das 3D-Modell schon steht. Länge, Kamerafahrten, technische Abläufe und die gewünschte Auflösung bestimmen, wie weit es darüber liegt.

Sind die Preise verbindlich?

Nein, es sind Richtwerte zur Orientierung. Ein verbindliches Angebot mit festen Positionen gibt es nach einem Blick auf deine Unterlagen – also CAD-Daten oder Fotos, die Zahl der Motive und den geplanten Einsatz.

Holger Klopmeyer
Holger Klopmeyer

Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.

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