Rückblick: Diesen Beitrag habe ich im August 2026 nachgetragen, damit das Update-Archiv vollständig ist. Datiert ist er auf den Erscheinungstag der Version.
Am 15. April 2025 erschien WordPress 6.8 unter dem Namen „Cecil" – nach Cecil Taylor, dem Pianisten des Free Jazz. Es war die einzige Hauptversion des Jahres 2025 im ersten Halbjahr und eine ungewöhnlich ruhige: kaum neue Knöpfe, dafür zwei Änderungen, die man nicht sieht, aber merkt.
Die wichtigste Neuerung arbeitet im Verborgenen. Speculative Loading bedeutet: Der Browser lädt eine Seite bereits, während der Besucher noch mit der Maus über dem Link schwebt oder ihn gerade antippt. Klickt er dann wirklich, ist die Seite schon da.
Der Effekt ist auf Mobilgeräten und langsamen Verbindungen am deutlichsten – gefühlt sind Seitenwechsel danach nahezu verzögerungsfrei. WordPress aktiviert das seit 6.8 standardmäßig in einer konservativen Einstellung, die kaum zusätzliche Serverlast erzeugt.
Das ersetzt keine ordentliche Optimierung: Ein Seitenaufbau, der drei Sekunden dauert, dauert vorgeladen immer noch drei Sekunden – der Besucher wartet nur woanders. Wer die Grundlagen dahinter verstehen will, findet sie unter Core Web Vitals.
Die zweite unsichtbare Änderung: WordPress speichert Passwörter seit 6.8 mit bcrypt statt mit dem uralten MD5-basierten Verfahren. Bcrypt ist absichtlich rechenintensiv – das macht das Durchprobieren von Passwörtern nach einem Datenbank-Diebstahl um Größenordnungen teurer.
Du musstest dafür nichts tun: Bestehende Passwörter wurden bei der nächsten Anmeldung automatisch umgestellt. Eine der Änderungen, die niemand bemerkt und für die trotzdem jeder dankbar sein sollte.
Sichtbar war vor allem das überarbeitete Style Book – die zentrale Übersicht aller Farben, Schriften und Elementstile einer Website. Bisher gab es sie nur für Block-Themes; seit 6.8 funktioniert sie auch bei klassischen Themes.
Für alle, die noch mit einem älteren Theme arbeiten – und das sind sehr viele –, war das der erste Schritt in Richtung zentraler Gestaltung, ohne die ganze Website umbauen zu müssen. Ob sich dieser Umbau lohnt, ist eine Frage für sich: WordPress, Baukasten oder individuell geht ihr nach.
Dazu kamen über 100 Korrekturen an der Barrierefreiheit in allen mitgelieferten Themes sowie in Navigation, Customizer und Block-Editor. Und eine Reihe von Performance-Verbesserungen bei Block-Registrierung und Query-Caching – die Art von Arbeit, die kein Marketing-Material füllt, aber jede Website ein Stück schneller macht.
6.8 war die letzte Version vor der großen Umstrukturierung: 2026 kehrte WordPress zu drei Hauptversionen pro Jahr zurück, und mit 6.9 „Gene" begann die Serie von Releases, die das Arbeiten im Editor spürbar verändert haben.
Der Browser lädt eine verlinkte Seite schon, bevor der Besucher klickt – ausgelöst durch das Schweben der Maus über dem Link. Der Seitenwechsel wirkt dadurch nahezu verzögerungsfrei. Auf einer ohnehin langsamen Website hilft es allerdings nur begrenzt: Die eigentliche Ladezeit verschwindet nicht, sie wird nur vorgezogen.
Nein. WordPress hat bestehende Passwörter bei der nächsten Anmeldung automatisch in das neue Verfahren überführt. Ein Passwortwechsel war und ist dafür nicht nötig – schadet aber nie, wenn das Passwort ohnehin schwach ist.
Sicherheitsupdates gibt es für ältere Versionsreihen noch eine Weile, aber der Abstand wird zum Risiko: Aktuelle Plugins und Themes werden gegen 6.8 nicht mehr getestet. Wer heute noch auf 6.8 läuft, sollte den Sprung auf die aktuelle Version planen – mit Backup und auf einer Testkopie.
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