Sperrlisten sind Verzeichnisse von IP-Adressen, über die Spam verschickt wurde. Empfangende Mailserver fragen sie bei jeder Verbindung ab. Steht die sendende Adresse darauf, wird die Nachricht abgewiesen oder als Spam einsortiert – oft ohne dass der Absender eine Rückmeldung bekommt.
Der unangenehme Teil: Man merkt es nicht. Es gibt keine Meldung, keine Fehlermail beim Empfänger. Die Post kommt einfach nicht an, und im schlimmsten Fall fällt es erst auf, wenn ein Kunde anruft und fragt, wo das Angebot bleibt.
Die drei häufigsten Wege, in absteigender Reihenfolge:
Ein gekapertes Postfach. Jemand hat das Passwort eines Kontos erraten oder abgefischt und verschickt darüber Spam. Für die Außenwelt kommt der Spam von deinem Server – zu Recht, technisch gesehen.
Der Nachbar. Bei einfachem Hosting teilst du dir die IP-Adresse mit anderen Kunden. Verschickt einer davon Spam, kann der ganze Adressbereich betroffen sein. Du hast nichts falsch gemacht und bist trotzdem dabei.
Ein offener oder falsch eingestellter Server. Ein eigener Mailserver, der Fremden das Weiterleiten erlaubt, wird innerhalb von Stunden gefunden und missbraucht.
Seltener, aber real: eine Empfängerliste, die zu viele tote Adressen enthält, oder ein Newsletter ohne bestätigte Anmeldung – beides führt zu Beschwerden, und Beschwerden führen auf die Liste.
Zuerst die Ursache, dann die Austragung. Wer sich austragen lässt, ohne die Ursache zu beheben, steht binnen Tagen wieder drauf – und die meisten Listen verlängern bei Wiederholung die Sperre.
Abgefragt werden sechs verbreitete Listen, die Anfragen aus Rechenzentren beantworten: SpamCop, Barracuda, PSBL, Mailspike, GBUdb Truncate und s5h.
Spamhaus fehlt – die größte und wichtigste Liste beantwortet Anfragen aus Rechenzentren nur mit Zugangsschlüssel. Ein leerer Befund hier ist also kein Freibrief. Wenn deine Post trotz sauberem Befund abgewiesen wird, lohnt eine Abfrage direkt auf der Spamhaus-Website.
Geprüft werden die Adressen deiner Mailserver und einzeln im SPF-Eintrag genannte Adressen – also die Adressen, über die deine Domain nach eigener Angabe versendet.
Mindestens eine Adresse ist gelistet. Der Befund nennt dir Adresse und Liste.
Was zu tun ist: Nach der Reihenfolge oben vorgehen – erst die Ursache klären, dann austragen lassen. Wenn die betroffene Adresse zum Server deines Hosters gehört und nicht zu einem eigenen, ist der Hoster der richtige Ansprechpartner; melde ihm den Treffer mit Adresse und Listennamen.
Solange der Eintrag besteht: Wichtige Nachrichten nicht auf gut Glück verschicken. Ein Anruf ist in dieser Zeit verlässlicher als eine E-Mail, von der du nicht weißt, ob sie ankommt.
Bei einigen Listen automatisch nach ein paar Tagen ohne neuen Vorfall, bei anderen erst nach beantragter Austragung. Entscheidend ist, dass die Ursache weg ist – sonst beginnt der Kreislauf von vorn.
Ja, wenn er an eine gekaufte oder alte Liste ging. Viele unzustellbare Adressen und mehrere Spam-Beschwerden reichen aus. Deshalb gehört zu jedem Verteiler die bestätigte Anmeldung und ein regelmäßiges Aussortieren toter Adressen.
Sperrlisten sind nur ein Faktor. Häufiger sind fehlendes DKIM, ein defekter SPF-Eintrag oder DMARC auf p=none – alles Punkte, die dieser Check ebenfalls misst. Auch der Inhalt spielt eine Rolle: viele Links, große Anhänge, reine Bild-Mails.
Wenn du einen eigenen Mailserver betreibst: ja, am besten automatisch. Bei Postfächern beim Hoster übernimmt das der Anbieter.
Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.
Unverbindlich und auf Augenhöhe – ich sage dir ehrlich, was sinnvoll ist.
Termin vereinbaren → oder Kontaktdaten ansehen