E-Mail-Check · Erklärt

BIMI – dein Logo im Posteingang

Lesezeit ca. 6 Minuten · gehört zum kostenlosen E-Mail-Check

BIMI sorgt dafür, dass neben deiner E-Mail im Postfach dein Logo erscheint statt eines grauen Kreises mit Anfangsbuchstaben. Das sieht gut aus und schafft Wiedererkennung – der eigentliche Nutzen liegt aber woanders: BIMI ist nur zu haben, wenn deine E-Mail-Authentifizierung vollständig sitzt. Wer ein Logo sieht, sieht damit auch das Ergebnis einer bestandenen Prüfung.

Genau deshalb ist BIMI die letzte Baustelle, nicht die erste. Ohne sauberes DMARC im Durchgriff bewirkt der schönste Eintrag nichts.

Drei Voraussetzungen, die alle erfüllt sein müssen

1. DMARC im Durchgriff. Dein DMARC-Eintrag muss auf p=quarantine oder p=reject stehen, und zwar ohne Einschränkung durch pct. Steht er auf none, wird BIMI ignoriert – egal wie richtig alles andere ist.

2. Ein Logo im geforderten Format. Verlangt wird SVG im Profil Tiny 1.2 Portable/Secure. Ein gewöhnlicher SVG-Export aus dem Grafikprogramm erfüllt das nicht. Konkret muss die Datei:

  • baseProfile="tiny-ps" und version="1.2" tragen
  • einen <title> enthalten
  • quadratisch sein (gleiche Breite und Höhe in der viewBox)
  • ohne Skripte, Animationen, eingebettete Rastergrafiken und ohne nachgeladene Inhalte auskommen
  • über HTTPS öffentlich abrufbar und klein sein (unter 32 KB)

3. Ein Markenzertifikat. Gmail und Apple Mail zeigen das Logo nur, wenn im Eintrag zusätzlich ein geprüftes Zertifikat hinterlegt ist. Das ist der teure Teil, siehe unten.

Wo BIMI wirkt – und wo nicht

AnbieterOhne ZertifikatMit Zertifikat
Yahoo, AOL zeigt das Logo
Fastmail, La Poste zeigt das Logo
Gmail (mit VMC zusätzlich blaues Häkchen)
Apple Mail
Microsoft (Outlook.com, Exchange Online) – unterstützt BIMI nicht

Der letzte Punkt verdient Aufmerksamkeit, bevor Geld fließt: Wenn deine Empfänger überwiegend Geschäftskunden bei Microsoft sind, sehen die dein Logo nie – unabhängig davon, was du einrichtest.

Was ein Zertifikat kostet

Es gibt zwei Sorten:

VMC (Verified Mark Certificate) setzt eine eingetragene Marke voraus. Es bringt in Gmail zusätzlich das blaue Authentizitäts-Häkchen.

CMC (Common Mark Certificate), seit 2025 von Gmail akzeptiert, verlangt keine Marke. Stattdessen ist nachzuweisen, dass das Logo mindestens zwölf Monate öffentlich auf der eigenen Domain zu sehen war. Das Logo erscheint, das blaue Häkchen nicht.

Beide liegen bei den Ausstellern in der Größenordnung 1.300 bis 1.400 Euro pro Jahr, dauerhaft. Kommt eine Markenanmeldung dazu, sind beim Deutschen Patent- und Markenamt einmalig 290 Euro für bis zu drei Klassen fällig, Schutzdauer zehn Jahre.

So richtest du BIMI ein

  1. DMARC prüfen. Steht es auf quarantine oder reject? Wenn nicht, ist das der erste Schritt – alles andere wartet.
  2. Logo aufbereiten. Quadratisch, Text als Pfade, keine Effekte. Anschließend in das Tiny-PS-Profil überführen: baseProfile="tiny-ps", version="1.2", ein <title> mit dem Markennamen. Es gibt kostenlose Werkzeuge dafür; wer das Logo ohnehin als Vektor vorliegen hat, ist in einer halben Stunde durch.
  3. Logo veröffentlichen, zum Beispiel unter https://deine-domain.de/bimi/logo.svg.
  4. Eintrag anlegen: TXT unter default._bimi.<deine-domain> mit dem Wert

v=BIMI1; l=https://deine-domain.de/bimi/logo.svg;

  1. Prüfen – dieser Check ruft Logo und Zertifikat wirklich ab und sagt dir, ob das Profil stimmt.
  2. Optional das Zertifikat beim Aussteller beantragen und als zweites Feld ergänzen: a=https://deine-domain.de/bimi/zertifikat.pem

Die Befunde im Einzelnen

Mehrere BIMI-Einträge

Zulässig ist einer. Bei mehreren wird kein Logo angezeigt.

Was zu tun ist: Auf einen Eintrag zusammenführen.

BIMI ohne DMARC im Durchgriff

Der BIMI-Eintrag steht, aber DMARC erfüllt die Voraussetzung nicht – es steht auf p=none oder ist durch pct eingeschränkt. Damit bleibt das Logo unsichtbar, so richtig der Eintrag sonst auch ist.

Was zu tun ist: Zuerst DMARC schrittweise auf quarantine und reject bringen. BIMI wirkt danach von selbst, ohne dass du am Eintrag etwas ändern musst.

Im Eintrag fehlt das Feld l= mit der Adresse der SVG-Datei.

Was zu tun ist: l=https://…/logo.svg ergänzen.

BIMI-Logo nicht abrufbar

Die hinterlegte Datei ließ sich nicht laden – falsche Adresse, kein HTTPS, abgelaufenes Zertifikat der Website oder eine Sperre für automatische Abrufe. Postfach-Anbieter holen die Datei genauso ab und zeigen dann nichts an.

Was zu tun ist: Die Adresse im Browser öffnen. Kommt die Datei nicht sauber, liegt es an der Website, nicht am BIMI-Eintrag.

BIMI-Logo im falschen Format

Die Datei ist erreichbar, entspricht aber nicht dem Profil SVG Tiny 1.2 Portable/Secure. Der Befund nennt dir den konkreten Punkt – fehlendes baseProfile, fehlender <title>, nicht quadratisch, enthält Skripte oder Animationen, zu groß.

Was zu tun ist: Die genannten Punkte abarbeiten. Am häufigsten fehlen baseProfile="tiny-ps" und der <title>; beides lässt sich in einem Texteditor ergänzen. Enthält die Datei eine eingebettete Rastergrafik, muss das Logo neu als echter Vektor aufgebaut werden.

BIMI ohne Markenzertifikat

Im Eintrag fehlt das Feld a=. Bei Yahoo, AOL, Fastmail und La Poste erscheint dein Logo trotzdem; Gmail und Apple Mail zeigen nichts.

Was zu tun ist: Entweder bewusst so belassen – dann weißt du, woran du bist – oder ein Zertifikat beschaffen. Prüfe dabei zuerst, ob ein CMC genügt: Es verlangt keine eingetragene Marke, sondern zwölf Monate öffentlich sichtbares Logo.

Markenzertifikat nicht abrufbar

Die im Feld a= hinterlegte Datei ließ sich nicht laden.

Was zu tun ist: Adresse prüfen und die PEM-Datei öffentlich über HTTPS bereitstellen – am besten neben dem Logo.

Datei ist kein Zertifikat

Unter der Adresse liegt etwas anderes als eine PEM-Datei mit Zertifikat.

Was zu tun ist: Die vom Aussteller gelieferte Datei unverändert hinterlegen – nicht umbenennen, nicht umwandeln.

Markenzertifikat nicht lesbar

Die Datei enthält ein Zertifikat, das sich nicht auswerten lässt – meist beim Kopieren beschädigt.

Was zu tun ist: Beim Aussteller erneut herunterladen und unverändert hochladen.

Markenzertifikat abgelaufen

Die Gültigkeit ist vorbei. Ein abgelaufenes Zertifikat wird nicht anerkannt, das Logo verschwindet.

Was zu tun ist: Erneuern und die neue Datei hinterlegen.

Markenzertifikat läuft bald ab

Weniger als 30 Tage Restlaufzeit.

Was zu tun ist: Erneuerung jetzt anstoßen – die Prüfung beim Aussteller braucht Vorlauf.

Zertifikat ohne Markenlogo-Erweiterung

Die Datei ist ein Zertifikat, aber kein Markenzertifikat: Ihr fehlt die Erweiterung, in der das geprüfte Logo steckt. Fast immer wurde versehentlich ein TLS-Zertifikat der Website hinterlegt.

Was zu tun ist: Ein echtes VMC oder CMC hinterlegen.

Häufige Fragen

Lohnt sich BIMI für einen kleinen Betrieb?

Der Eintrag ohne Zertifikat: ja, er kostet nichts. Das Zertifikat: meistens nicht, außer du versendest viel an Privatkunden bei Gmail, Yahoo oder Apple und der Wiedererkennungswert zahlt sich im Marketing aus.

Kann ich BIMI ohne Zertifikat einrichten und später aufrüsten?

Ja, und das ist der vernünftige Weg. Logo und Eintrag sind die Vorarbeit; das Zertifikat wird später einfach als zweites Feld ergänzt.

Muss das Logo genau meiner eingetragenen Marke entsprechen?

Beim VMC ja – der Aussteller vergleicht es mit dem Markenregister. Beim CMC vergleicht er es mit dem, was nachweislich auf deiner Website stand.

Warum sehe ich mein Logo, andere aber nicht?

Weil dein Postfach bei einem Anbieter liegt, der auch selbst deklariertes BIMI anzeigt – Yahoo etwa. Das ist kein Beweis dafür, dass Gmail-Empfänger dasselbe sehen.

Holger Klopmeyer
Holger Klopmeyer

Grafikdesigner & Programmierer. Seit über 25 Jahren in der Werbung zuhause – heute mit Fokus auf Websites, 3D, SEO und KI-Automation für Agenturen und Unternehmen.

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