Der MX-Eintrag ist die Adresse deines Briefkastens. Will jemand dir schreiben, fragt sein Server im DNS nach dem MX-Eintrag deiner Domain und liefert dorthin aus. Fehlt der Eintrag, kommt keine Post an – so einfach ist das.
Daneben hängt an diesem Bereich eine Sache, die mit dem Empfang nichts zu tun hat, aber beim Versand über alles entscheidet: die Rückwärtsauflösung der sendenden IP-Adresse.
Ein MX-Eintrag besteht aus einer Zahl und einem Namen:
10 mx00.ionos.de
10 mx01.ionos.de
Die Zahl ist die Priorität – kleiner heißt wichtiger. Absender versuchen zuerst den niedrigsten Wert; ist der Server nicht erreichbar, den nächsten. Zwei Einträge mit gleicher Zahl teilen sich die Last.
Zwei Regeln, die häufig verletzt werden:
Beides steht so im Standard, und ein Teil der absendenden Server hält sich strikt daran und verweigert sonst die Zustellung.
Zu jeder IP-Adresse kann ein PTR-Eintrag hinterlegt sein, der den zugehörigen Namen nennt. Beim Empfang spielt er keine Rolle. Beim Versand dagegen prüfen viele Empfänger: Löst die sendende Adresse auf einen Namen zurück auf, und passt dieser Name zum Server, der sich gerade meldet? Fällt die Antwort negativ aus, gilt das als starkes Spam-Signal – manche weisen solche Verbindungen sofort ab.
Wer über den Server seines Hosters versendet, muss sich darum nicht kümmern: Der PTR-Eintrag steht dort längst. Relevant wird es für alle, die einen eigenen Server betreiben – dort setzt den PTR-Eintrag der Betreiber der IP-Adresse, also der Rechenzentrumsanbieter, nicht du in deiner DNS-Zone.
Fast jede Firma hat sie: die alte Domain von vor dem Namenswechsel, die Schreibvariante mit Bindestrich, die Kampagnendomain von 2019. Sie leiten auf die Hauptseite weiter, und niemand denkt an sie.
Für Fälscher sind genau das die bequemsten Ziele. Ohne Einträge kann jeder in ihrem Namen schreiben, und weil nie jemand hinsieht, fällt es lange nicht auf.
Die saubere Lösung besteht aus drei Zeilen:
MX: 0 . (Null-MX: „empfängt keine Post")
TXT: v=spf1 -all („versendet niemals")
TXT: v=DMARC1; p=reject; (unter _dmarc)
Der Null-MX-Eintrag – eine Null und ein Punkt – ist eine ausdrückliche Ansage. Absender brechen sofort ab, statt es tagelang zu versuchen, und Fälschungen im Namen dieser Domain werden abgewiesen. Das ist in fünf Minuten erledigt und schließt eine Lücke, die sonst dauerhaft offen bleibt.
Die Domain hat keinen MX-Eintrag. Post an sie kann nicht zugestellt werden.
Was zu tun ist: Soll die Domain Post empfangen, trage die MX-Einträge deines Postfach-Anbieters ein – sie stehen in dessen Dokumentation. Soll sie keine empfangen, setze einen Null-MX-Eintrag (0 .), damit das auch so gesagt ist.
Es gibt nur einen MX-Eintrag. Fällt dieser Server aus, bleibt Post liegen, bis er zurück ist. Dramatisch ist das selten – absendende Server versuchen es üblicherweise mehrere Tage lang, verloren geht meist nichts. Bei großen Anbietern steht hinter dem einen Namen ohnehin eine ganze Serverfarm.
Was zu tun ist: Wenn dein Anbieter einen zweiten Namen anbietet, trage ihn mit höherer Zahl ein. Wenn nicht, ist das kein Grund zur Sorge.
Im MX-Eintrag steht eine IP-Adresse statt eines Namens. Das ist nicht zulässig; strenge Absender lehnen ab.
Was zu tun ist: Einen Hostnamen anlegen (etwa mail.deine-domain.de), der auf diese Adresse zeigt, und im MX-Eintrag den Namen verwenden.
Der Zielname des MX-Eintrags ist selbst ein Verweis (CNAME). Auch das schließt der Standard aus, und ein Teil der absendenden Server verweigert dann die Zustellung.
Was zu tun ist: Den endgültigen Zielnamen direkt im MX-Eintrag eintragen.
Der eingetragene Name hat weder eine IPv4- noch eine IPv6-Adresse. An diesen Server kann niemand zustellen – Post an deine Domain geht verloren.
Was zu tun ist: Dringend die Schreibweise prüfen (ein Tippfehler im Hostnamen genügt) und sicherstellen, dass der Name eine Adresse hat.
Zu mindestens einer Adresse deiner Mailserver gibt es keinen PTR-Eintrag. Für den Empfang ist das folgenlos. Versendest du von derselben Adresse, ist es dagegen ein ernstes Zustellproblem.
Was zu tun ist: Nutzt du den Server deines Hosters, kannst du das ignorieren. Betreibst du selbst einen Mailserver, lass beim Anbieter der IP-Adresse einen PTR-Eintrag setzen, der auf den Namen deines Mailservers zeigt – und achte darauf, dass dieser Name vorwärts wieder auf dieselbe Adresse zeigt.
Die Domain sagt per Null-MX, dass sie keine Post empfängt – erlaubt aber über SPF weiterhin Versand in ihrem Namen.
Was zu tun ist: SPF auf v=spf1 -all setzen.
Dieselbe Lage von der DMARC-Seite: Die Domain versendet nicht, gibt Empfängern aber keine Anweisung, Fälschungen abzuweisen.
Was zu tun ist: DMARC auf p=reject setzen. Bei einer Domain ohne Versand ist das gefahrlos – es kann nichts Eigenes durchfallen.
Die Domain hat keinen MX-Eintrag, sagt aber auch nicht ausdrücklich, dass sie keine Post empfängt. Absender fallen dann auf die Adresse der Website zurück und versuchen tagelang zuzustellen.
Was zu tun ist: Null-MX setzen (0 .) und DMARC auf p=reject. Damit ist die Sache eindeutig.
Ja, und das ist der eigentliche Umzug. Setze die neuen Einträge erst, wenn die Postfächer beim neuen Anbieter bereitstehen – ab dem Moment der Änderung geht alles dorthin.
Sie geht an den alten Server, solange dessen Eintrag bei einzelnen Absendern noch zwischengespeichert ist. Deshalb lässt man das alte Postfach ein paar Tage weiterlaufen und leert es zum Schluss noch einmal.
Weil hinter dem Namen viele Server stehen. Der Name löst auf mehrere Adressen auf – Ausfallsicherheit gibt es dort auf einer anderen Ebene.
Nein, aber du solltest es ausdrücklich sagen: Null-MX plus v=spf1-Eintrag für den Versandweg. Sonst weiß niemand, ob das Fehlen Absicht ist.
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